Auftakt zum Projekt Erasmus+ am DG

Lehrer aus Rumänien, Italien und Griechenland zu Gast in Günzburg

Liberté – je t’aime: So lautet das neue Projekt Erasmus+, das von der EU gefördert wird und zwei Jahre lang am Dossenberger-Gymnasium laufen wird. An diesem Projekt sind drei weitere europäische Schulen beteiligt: das Liceul Tehnologic in  Baia de Fier (Rumänien), die IC Vergato grizzana + IC Bologna (Italien) und das Gymnasio Neas Smyrnis II HOMERIO in Athen (Griechenland). Am 7.11 reisten jeweils zwei Lehrer aus jeder Schule nach Günzburg an, um an einem zweitägigen Vorbereitungstreffen teilzunehmen. Die Leiterin des Projekts, Französischlehrerin Christelle Wecker, freute sich besonders auf das persönliche Kennenlernen der Teilnehmer, nachdem sie sich bereits im Januar auf der europäischen eTwinning-Plattform „gefunden“ hatten und per Mailaustausch den Antrag im März 2016 zusammengestellt hatten. Nun wird das Projekt endlich wahr, und zum Glück verstehen sich die Lehrer bestens, selbst wenn sie an diesen drei Tagen zwischen Französisch, Englisch und den jeweiligen Muttersprachen jonglieren mussten.

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Nach dem offiziellen Empfang durch Schulleiter Peter Lang, wurden die Gäste durch die Schule geführt und nutzten dann die Möglichkeit, in mehreren Unterrichtsstunden zu hospitieren. Der Vergleich zwischen den verschiedenen Schulsystemen brachte allerdings auch Überraschungen mit sich. So waren die Delegationen von dem hohen Sprachniveau der Schüler in Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch sichtlich beeindruckt. Später wurden Details in der Planung und Durchführung des Projekts diskutiert sowie pädagogische und organisatorische Maßnahmen festgelegt, um eventuelle Konflikte zu vermeiden. Mit diesem Treffen wurde somit der Grundstein für den späteren Erfolg des Projekts gelegt.

Das Projektthema ist heute aktueller denn je. Liberté – je t’aime: Die Botschaft ist sogar für nicht Frankophile klar. Es ist eine Liebeserklärung an die Freiheit und an den damit verbundenen Werten, die in unserer Demokratie verankert sind. Es geht darum, die Meinungsfreiheit in der Presse oder in sozialen Netzwerken zu verteidigen oder zu hinterfragen. Es geht um Religionsfreiheit und Toleranz in unserer multikulturellen Gesellschaft aber auch um die persönliche Freiheit gegenüber dem wachsamen Staat oder gegenüber Schönheitsidealen, wie sie in Modezeitschriften verbreitet sind, um Zwangsheirat, die in Europa noch praktiziert wird oder um moderne Formen der Sklaverei in der Arbeitswelt. Dieser Vielfalt des Begriffes Freiheit sollen sich die teilnehmenden Schüler mit ihren europäischen Partnern im Rahmen des Projektes bewusst werden und Strategien entwickeln, um die Liberté in Europa zu schützen. Dass Französisch als Arbeitssprache fungiert, ist kein Zufall. Französisch kann nach den Anschlägen auf Charlie Hebdo und le Bataclan in Paris als symbolische Sprache für die Freiheit allgemein gesehen werden. Nebenbei erhofft sich die Projektleiterin gleichzeitig eine Aufwertung des Faches Französisch bei ihren Schülern.

Gemeinsam werden nun die Schülerteams der vier Partnerschulen ihre Ergebnisse vergleichen und diese dann in verschiedenen Ausstellungen in der Schule und in der Region präsentieren, um so möglichst viele Jugendliche zu erreichen. Der Austausch erfolgt dabei stets in der Französischen Sprache.

Nach zwei Tagen intensiver Arbeit verwöhnten die deutschen Kollegen ihre Gäste abschließend in einer gemütlichen Runde mit bayerischen Spezialitäten. Sie freuen sich alle bereits auf das nächste Treffen in Athen, im Land der Philosophen, geplant Ende Februar 2017, diesmal mit einer kleinen Schülergruppe. Bis dahin gibt es eine Menge zu tun!

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