ErasmusPlus Woche

Letzte Woche wehte auf dem Schulhof des Dossenberger-Gymnasiums ein europäischer Wind. Vom 15. Mai bis 19. Mai waren 17 Schüler und 7 Lehrkräfte aus Griechenland, Rumänien und Italien zu Gast in Günzburg. Anlass war das  2. Internationalen Treffen im Rahmen des ErasmusPlus-Projekts. Die Jugendlichen im Alter von zwischen 14 und 17 Jahren, die aus Athen, Bologna und Baia de Fier angereist waren, wurden in Familien von Schülern der 9. und 10. Klassen aufgenommen und lernten so den bayerischen Alltag kennen.

Doch das Projekt ging über den Rahmen eines üblichen Schüleraustauschs hinaus. Die Jugendlichen arbeiteten zusammen am Thema „Meinungsfreiheit“ und nahmen an vielen verschiedenen Lernaktivitäten teil, die hauptsächlich in französischer Sprache stattfanden, denn die Arbeitssprache des Projektes ist Französisch. Wenn die Sprachkenntnisse  einmal nicht reichten, wurde auch auf Englisch, Italienisch oder mit Händen und Füßen kommuniziert. Der Titel des Projekts lautet „Liberté – je t’aime“ und läuft von Sept. 2016 bis August 2018. Die erste Etappe hatte „Freiheit in unseren Demokratien“ als Schwerpunkt und das Treffen fand schon Mitte Februar 2017 in Athen statt. Dabei reisten  auch Schüler des Dossenberger-Gymnasiums mit den begleitenden Lehrkräften in die griechische Hauptstadt.

Das Programm der Erasmus-Woche war vielfältig. Am 1. Tag hatten sie die Chance, den Vortrag des ehemaligen Journalisten Herrn Schmid zu hören, der ihnen über seinen Beruf und dessen Facetten erzählte. Anschließend erhielten die Schüler viele wertvolle Informationen über die Pressefreiheit in Europa seit 1500. Wie sah zur Zeit Luthers die Zensur aus? Welche Gesetze schützen heute die Freiheit der Journalisten und wo arbeiten sie in Gefahr? Was ist 2015 nach der Veröffentlichung von Karikaturen der satirischen Zeitschrift Charlie Hebdo in Paris passiert?

Aber auch die Entdeckung der Region kam für alle nicht zu kurz. Am Dienstag konnten die Schüler bei einem Rallye die Stadt Günzburg erkunden. Nach einer kleinen Führung im Münzkabinett im Rathaus freuten sie sich über einen Besuch im Legoland. Zum Glück blieb das Wetter während des Aufenthalts sommerlich! Am Mittwoch fuhren die Erasmus-Teilnehmer aus den  vier Schulen mit dem Zug nach Augsburg und erhielten dort mit ihren Lehrern eine von Frau Birner ausführliche Führung in Französisch und Englisch. Dabei  sahen sie sich die Kirche St Anna, den Goldenen Saal und die Fuggerei.

Der Donnerstag war der Höhepunkt der Austauschwoche. Die Schüler besuchten zunächst drei Unterrichtsstunden. Dann übten sie mehrere Lieder (Unsere Gedanken sind frei, Bella Ciao) sowie einen von den italienischen Schülern selbst komponierten Rapsong über die Meinungsfreiheit. Am Nachmittag gestalteten sie Graffiti-Wände mit den Flaggen der Partnerländer und mit dem Projektlogo. Gleichzeitig hatten auch die beiden Kunstkurse der 11. Jahrgangsstufe unter der Leitung von Frau Rembold und Herrn Kugelmann Gelegenheit, an ihrem aktuell laufenden Kunstprojekt zum Thema Freiheit weiterzuarbeiten. Im Unterricht werden dafür in Gruppenarbeit Objektkunstwerke in Form von Sitzgelegenheiten z.B. aus Getränkekisten, Autoreifen, Fahrrädern, etc. angefertigt. Vor jeder Sitzgelegenheit wird außerdem eine Schautafel aufgestellt, die erklärt, wie die Schüler, aber auch Flüchtlinge, die aktuell an der Berufsschule in Günzburg unterrichtet werden, den Freiheitsbegriff verstehen. An diesem Projekt wirken nämlich auch Flüchtlinge aus den verschiedensten Ländern wie z.B. Syrien, Afghanistan und Eritrea mit. Dieser „Weg der Freiheit“ soll in den nächsten Monaten einen geeigneten Platz (z.B. Radweg) in Günzburg finden.

Am Donnerstagabend wurden dann die geübten Lieder und viele anderen zusammen mit dem VocalEnsemble des Dossenberger-Gymnasiums vor einem Publikum aus Eltern, Schülern und Lehrern an der Schule gesungen. Anschließend wurde gemeinsam gegrillt und gefeiert. Für den letzten Tag war eine Führung durch die Freistadt  Ulm geplant, die den Schülern Details vom Ulmer Münster, vom Fischerviertel und dem Mut der Geschwister Scholl zum Widerstand näher brachte. Samstag mussten wir schon Au revoir sagen.

Die Schüler verbrachten eine wunderschöne, unvergessliche Woche miteinander und erlebten Europa ganz nah. Sie konnten manche Vorurteile abbauen, alltägliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede entdecken, ihre Sprachkenntnisse anwenden, sehenswerte Orte entdecken und nicht zuletzt neue Freundschaften schließen. Trotz des großen Aufwands , sowohl für die Schüler, die sich für die Vorbereitungen regelmäßig in den Wochen davor trafen, als auch für die Lehrer Frau Wecker, Frau Salbaum, Frau Rembold und Herrn Baum des Dossenberger-Gymnasiums, die den erfolgreichen Ablauf koordinierten, lohnt sich ein Projekt dieser Art sehr! Das 3. Internationale Treffen findet in Oktober 2017 in Rumänien statt und ein Weiteres 2018 in Bologna.

Das ErasmusPlus Projekt geht weiter!

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