Rumänien: ein Land zum Verlieben!

Wer für ein paar Tage in dieses für die meisten von uns unbekannte Land reist, fährt mit mindestens einem weinenden Auge wieder heim! Das ist die Erfahrung, die die Erasmus-Gruppe des Dossenberger-Gymnasium vor knapp zwei Wochen gemacht hat. Vom 7.10 bis 13.10.2017 fand ein internationales Treffen in Baia de Fier statt, ein Dorf am Rand der Karpaten 100 km südlich von Hermannstadt. Beteiligt waren insgesamt 35 Schüler und Lehrer aus Bologna, Athen, Günzburg und Baia de Fier im Rahmen des Erasmus- Projekts „Liberté-je t’aime“, das seit einem Jahr läuft. Die ersten zwei Treffen fanden in Athen (Februar) und in Günzburg (Mai) statt. (Siehe Berichte)

Bei diesem Treffen, dessen Schwerpunkt religiöse Toleranz war, präsentierten die Schüler Statistiken über die religiösen Gruppen in ihren vier Ländern, sowie diverse religiöse Gebäude, Kirchen, Klosteranlagen und Feierlichkeiten. Die 13- bis 17-jährigen Besucher nahmen am Unterricht in dem Liceul Tehnologic teil und staunten nicht schlecht über den stark strukturierten Stoff, den respektvollem Umgang zwischen Lehrern und Schülern und über sogar vorhandene Kameras, Beamer und freies WLAN in jedem Klassenzimmer. Die engagierten Lehrer der dortigen Schule zeigen sich sehr offen gegenüber digitalen Medien und nehmen seit vielen Jahren an verschiedenen europäischen Projekten teil.

Neben den Lernaktivitäten durften unsere Schüler berühmte Orte wie das Kloster Lainici in Bumbesti-Jiu besichtigen, die Festung in Deva, die Burg Castelul Corvinilor in Hunedoara, und die Stadt Targu Jiu mit den Monumenten auf der Straße der Helden, die von Constantin Brancusi Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet wurden. Weiter besichtigten sie die Dorfkirche, die Frauengrotte und eine Töpferei in der Nähe. Zuletzt konnte unsere Erasmus-Gruppe vor dem Abflug noch die europäische Kulturhauptstadt Sibiu erkunden. Der goldene Herbst machte die Landschaft in dieser kurzen Woche umso schöner!

Die rumänische Kultur ist für uns Schwaben doch ziemlich fremd. Zum Glück wurden die Schüler in Familien untergebracht und konnten so den rumänischen Alltag hautnah erleben: Hühner, Kühe und Schafe im hauseigenen Garten decken oft den eigenen Bedarf. Aber auch Pferdefuhrwagen, frei laufende Kühe und Schafe, Wasserbrunnen am Straßenrand, oder auch streunende Hunde gehören zu dem landwirtschaftlich geprägten Dorfbild. Die touristische kleine Stadt Baia de Fier liegt 20 km entfernt von der Transalpina, eine über 2100 m Höhe führende kurvige Straße, die im Sommer von Tausenden Motorradfahrern befahren wird.

Aber auch das freundliche Miteinander kam nicht zu kurz. Französisch, Italienisch, Englisch oder die Hände und Füße dienten der Verständigung. Unsere Schüler lernten aufgeschlossene Jugendliche kennen, die alle ein Handy besitzen und Popmusik hören, und gleichzeitig äußerst gläubig sind und wöchentlich Folkloretänze einüben. Religion und Traditionen spielen heute noch eine sehr wichtige Rolle in Rumänien. Es ist eben ein Land zwischen Vergangenheit und Modernität, dessen Gastfreundlichkeit beeindruckend ist. Die Lehrer und Organisatoren Herr Baum und Frau Wecker sind sich einig, die Erasmus-Schüler haben in Rumänien wahre Freunde gefunden, und nehmen wertvolle Erinnerungen mit. Das nächste Treffen findet Mitte Mai 2018 in Bologna statt. Es lebe die europäische Freundschaft, und die geliebte Freiheit, die uns verbindet!

Wecker

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