Schüleraustausch der Italienischschüler

Dossi-Schüler in Milazzo – Sizilien

Aus dem Tagebuch der Italienischschüler der Q 12 und der begleitenden Lehrerinnen Elisabeth Brosig und Birgit Rembold

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Mercoledì, 21/10/2015
Nach den sintflutartigen Regenfüssen der vergangenen Tage können wir Gott sei Dank sicher in Palermo landen. Uns empfangen schwüle 28 Grad und unsere Austauschlehrerin Frau Döring-Hentschel, eine Deutsche, die seit 25 Jahren in Sizilien lebt und dort Deutschunterricht gibt.
Mit dem Bus fahren wir der Küste entlang nach Milazzo und gewöhnen uns so langsam an den Anblick von Palmen, Oliven und viel Meer.

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Giovedì, 22/10/2015
Der erste Tag in der Schule bringt gleich zwei Überraschungen: Erstens: Heute ist Präsentation des Projekts „Interculturalità“, ein italienisches Austauschprogramm, mit dem italienische Jugendliche weltweit an einem Langzeitaufenthalt teilnehmen können. Zweitens: Wir werden in diesem großen Rahmen in der „Aula Magna“ (dem Mehrzweckraum der Schule) von einer sehr herzlichen Direktorin, Preside Nicosia, empfangen und den Schülern und Lehrern vorgestellt. Dazu gibt es ein Buffet aus mitgebrachten Speisen und irgendwann, als kein Lehrer mehr zu sehen ist, erobern die Schüler den Klavierflügel und das Mikrofon. Jessica greift in die Tasten und Samira trällert als wäre sie bei „Singstar“.

Venerdì, 23/10/2015
Heute steht ein sehr wichtiger Termin auf dem Rathaus von Milazzo an: Die Stadtväter empfangen uns, denn Milazzo interessiert sich neben dem Schüleraustausch auch noch für eine Städtepartnerschaft mit Günzburg. Wir dürfen im erlauchten Sitzungssaal Platz nehmen, schildern die Geschichte, die zu unserem Schüleraustausch geführt hat und hören von den sizilianischen Stadträten zu, welche  Ideen sie bzgl. einer möglichen Städtepartnerschaft haben.

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Am Nachmittag fahren wir in die berühmte Stadt an der Meerenge: Messina. Dort führt uns Salvatore, der es versteht, uns die vielen verschiedenen kulturellen Einflüsse auf die Bauwerke zu erklären. Auf der Heimfahrt im Bus wird schnell klar, dass die neuen Partner mittlerweile keine Scheu mehr voreinander haben. Lieder werden lauthals gegrölt und von der zurückhaltenden deutschen Art ist nicht mehr viel übrig.

Sabato, 24/10/2015
Der Samstag ist der Tag der Ausflugs-Highlights. Früh brechen wir auf, um auf den höchsten Vulkans Europas zu fahren. Der Ätna mit seinen über 3.300 Metern Höhe erwartet uns vor strahlend blauem Himmel mit leichter Schneehaube. Die Seilbahn bringt uns in eine Lage, wo der Gipfel zum Greifen nahe scheint. Durch schwarzen Sand und über Lavasteine hinweg stapfen wir weiter, um das Vulkan-Bergsteige-feeling zu erfahren. Leider bleibt wenig Zeit, denn wir wollen noch in die schönste Stadt der Ostküste: Taormina. Dort besuchen wir das griechische Theater, das wohl das spektakulärste, natürliche Bühnenbild aller Theater hat: Meer, Strand und Vulkan – und all das live!

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Domenica, 25/10/2015
Am Sonntag ist ein Tag in den Familien vereinbart, um die grenzenlose sizilianische Gastfreundschaft zu erleben. Die Omas, Tanten und sonstigen Verwandten kommen zusammen, nicht zuletzt, um die deutschen Gäste treffen zu können. Die „Mamme“ kochen und kochen und die deutschen Schüler kämpfen mit den ausgegebenen Essensportionen.

Lunedì, 26/10/2015
Am Montag ist noch einmal Schule angesagt, um nochmal die Unterschiede im Unterrichten und des Schullebens erleben zu können. Am Nachmittag aber brechen wir wieder gemeinsam auf. Diesmal um den berühmten Pilgerort der „Schwarzen Madonna“ in Tìndari sehen zu können. Von dieser Anhöhe aus blickt man auf eine wunderschöne Laune der Natur. Strandzungen erstrecken sich in ein karibisches Meer mit weißem Sand. Die Ausgrabungsstätten neben der Pilgerkirche zeigen abermals die wertvollen Schätze aus den antiken Siedlungen. Beim Muschelsuchen am Strand genießen wir den Sonnenuntergang und verstehen allmählich wie unglaublich schön Siziliens Natur ist.

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Martedì, 27/10/2015
An unserem letzten Tag verwöhnt uns die Sonne ganz besonders. Im T-Shirt laufen wir zusammen auf die mittelalterliche Burg und hören dort, wieviele verschiedene Völker schon in Sizilien und auch in Milazzo waren. Im „Borgo“ empfängt uns ein Künstler, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, all die Mythen und Geschichten Siziliens wieder zum Leben zu erwecken. Zusammen mit seiner Frau hat er hunderte von Masken entworfen, mit denen er Szenen nachspielt, wie z. B. den Gesang Homers oder die Sage von „Pescecola“, dem Jungen, der der Sage nach noch bis heute über Sizilien wacht, damit es kein Erbeben mehr erschüttern kann.

Mercoledì, 28/10/2015
Der Abreisetag beginnt sehr früh, denn der Weg bis nach Palermo ist weit: fast 300 km. Im Bus schweifen unsere Gedanken noch einmal über die wunderschönen, und unglaublich intensiven acht Tage und es wird klar, dass wir alle dennoch unsere bayerische Heimat sehr lieben und uns unbandig auf zuhause freuen. Die großen Emotionen beim Abschied Nehmen in Milazzo werden getröstet vom Gedanken,  dass unsere neuen Freundschaften ganz bald weiter gepflegt werden: Schon im Juni werden unsere neuen Freunde nach Günzburg kommen und bis dahin werden wir im Italienischunterricht noch weiter wie bisher an gemeinsamen Themen arbeiten.

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