{"id":2971,"date":"2017-02-26T07:42:16","date_gmt":"2017-02-26T06:42:16","guid":{"rendered":"http:\/\/dossenberger.de\/?p=2971"},"modified":"2018-02-10T07:40:34","modified_gmt":"2018-02-10T06:40:34","slug":"lesensgefahr-zwischen-adria-und-allgaeu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dossenberger.de\/?p=2971","title":{"rendered":"Lesensgefahr zwischen Adria und Allg\u00e4u"},"content":{"rendered":"<p>\u201eAchtung Lesensgefahr!\u201c, unter diesem Motto steht die Autorenlesung von Volker Kl\u00fcpfel und Michael Kobr. Stattdessen h\u00e4tten die beiden aber auch \u201eAchtung Lachgefahr\u201c w\u00e4hlen k\u00f6nnen, was zwar kein so sch\u00f6nes Wortspiel ist, aber dennoch zutreffend.<!--more--><\/p>\n<p>Denn schon nach wenigen Minuten lacht der ganze Saal, als die beiden Autoren auf die B\u00fchne kommen und sich zun\u00e4chst nicht auf das Buch einigen k\u00f6nnen, das sie denn lesen wollen. Volker Kl\u00fcpfel marschiert mit Sonnenschirm und Liegest\u00fchlen auf die B\u00fchne, um das passende Ambiente f\u00fcr ihr Buch \u201eIn der ersten Reihe sieht man das Meer\u201c zu schaffen, das Anfang 2016 erschienen ist und in den 80er Jahren spielt. Michael Kobr stattdessen macht es sich auf der Bierbank bequem und hat sich auf den neuen Kluftinger-Roman \u201eHimmelhorn\u201c vorbereitet. Auch an seinen Kollegen hat er gedacht, ein Buch samt Einmerkern legt er ihm n\u00e4mlich auch raus. Um nun zu einer Einigung zu kommen, greifen die beiden Autoren auf das altbew\u00e4hrte Spiel \u201eSchnick-Schnack-Schnuck\u201c zur\u00fcck. Dieses Spiel wird w\u00e4hrend der ganzen Lesung hindurch um einige interessante Komponenten erweitert, von Batman \u00fcber Darth Vader bis hin zu Speedy Gonzales.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-2972\" src=\"https:\/\/dossenberger.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/IMG_0001.jpg\" alt=\"\" height=\"480\" width=\"640\" srcset=\"https:\/\/dossenberger.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/IMG_0001.jpg 640w, https:\/\/dossenberger.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/IMG_0001-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<p>Und wie es der Zufall so will, wechseln sich die beiden B\u00fccher regelm\u00e4\u00dfig ab. Der arme Kommissar Kluftinger &#8216;darf&#8217; mit Doktor Langhammer eine E-Bike-Tour durch die Berge machen und st\u00f6\u00dft dabei auch noch auf ein paar Leichen. Die beiden m\u00fcssen einen Abstieg wagen um zu den toten Bergsteigern zu gelangen und stehen dann vor dem n\u00e4chsten Problem: Sie kommen nicht wieder hoch. Zusammen mit Langhammers neuem Handy, einer aufgenommenen Videobotschaft von Kluftinger im Telegrammstil \u2013 und zwar wirklich Telegrammstil -, einem Stock und Siri, der Sprachsteuerung des Handys, gelingt es den beiden schlie\u00dflich, Kluftingers Kollegen zu Hilfe zu rufen. Auch ansonsten wird es wieder interessant im neuen Roman, in dem Kluftinger unter anderem auch noch Frau Langhammer dabei helfen muss, ihren Ehemann eifers\u00fcchtig zu machen. Dass er sich in diese Situation selbst ungl\u00fccklich hinein man\u00f6vriert hat, versteht sich von selbst. Ach ja, und einen Mord hat er auch noch zu kl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Auch als beide Autoren aus \u201eIn der ersten Reihe sieht man das Meer\u201c gelesen haben, blieben die Lacher nicht aus. Man fragt sich unwillk\u00fcrlich, wie es der Protagonist \u00fcberhaupt mit einer solchen Familie aushalten kann. Die Fahrt an die Adria jedenfalls wird sehr unterhaltsam f\u00fcr den Leser, wenn auch nicht so unterhaltsam wie f\u00fcr die Zuh\u00f6rer der Lesung, die wohl immer an der Stelle mit dem \u00f6sterreichischen Grenzbeamten schmunzeln werden. Was dem Leser n\u00e4mlich nicht zuteil wird, ist die Diskussion der beiden Autoren \u00fcber den Dialekt, den der Beamte haben soll, Kobr liest ihn n\u00e4mlich mit Wiener Akzent, was Kl\u00fcpfel gar nicht verstehen kann. Aber schlie\u00dflich k\u00f6nnen die beiden die Diskussion beenden und Familie Klein darf den Grenzposten passieren. An der Adria angekommen ist der Spa\u00df nat\u00fcrlich auch noch nicht vorbei, die Kleins begegnen unter anderem dem Cocobello-Mann, der es durch gewiefte Taktik schafft, dem Vater das Geld aus der Tasche zu ziehen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-large wp-image-3072\" src=\"https:\/\/dossenberger.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/kobr-1024x768.jpg\" alt=\"\" height=\"480\" width=\"640\" srcset=\"https:\/\/dossenberger.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/kobr.jpg 1024w, https:\/\/dossenberger.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/kobr-300x225.jpg 300w, https:\/\/dossenberger.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/kobr-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<p>Und ganz besonders in Erinnerung bleibt die Stelle, in der die Kleins zum Telefonapparat marschieren um dort mit dem Opa zu sprechen, der daheim geblieben ist. Lesern der Kluftinger-Romane d\u00fcrfte der Mann bekannt sein, der mit seiner Frau Erika ebenfalls in der Gegend Urlaub macht und schlie\u00dflich lautstark ein Telefonat mit seiner Mutter beenden muss, was die Umstehenden Beifall klatschen l\u00e4sst. Nat\u00fcrlich ist es der Klufti, noch in j\u00fcngeren Jahren, charakterlich aber immer noch der gleiche.<\/p>\n<p>Alleine dank der verschiedenen Dialekte und Stimmwechsel, mit denen die beiden Autoren ihre Charaktere beim Lesen zum Leben erwecken, ist die Lesung ein Erlebnis f\u00fcr sich, aber auch die Art, wie Kl\u00fcpfel und Kobr miteinander umgehen, sich gegenseitig aufziehen und aufeinander herumhacken ist das Zuschauen wert. So erf\u00e4hrt man beispielsweise, dass Michael Kobr sportlich lebt und daher jeden Tag zu Fu\u00df zur Arbeit geht. Dass dieser Weg nur die paar Meter Luftlinie von seinem Schlafzimmer bis zum Arbeitszimmer umfassen, l\u00e4sst das schon in einem anderen Licht dastehen, meint Volker Kl\u00fcpfel. Auch Urlaubsbilder aus j\u00fcngeren Jahren werden gezeigt, was ein wenig Spott \u00fcber Kl\u00fcpfels damaliges Aussehen nach sich zieht.<\/p>\n<p>Aber trotz, oder vielleicht sogar wegen dieser neckischen Sp\u00e4\u00dfe wird deutlich, was f\u00fcr ein eingespieltes Team die beiden sind. Sie liegen auf der selben Wellenl\u00e4nge, besonders was den Humor angeht und machen es dadurch zu einem richtigen Vergn\u00fcgen, ihre Werke zu lesen.<\/p>\n<p><em>Katharina Salbaum, Q11 W-Seminar Deutsch \u201eRegionalkrimis\u201c<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eAchtung Lesensgefahr!\u201c, unter diesem Motto steht die Autorenlesung von Volker Kl\u00fcpfel und Michael Kobr. 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