{"id":7378,"date":"2019-03-28T15:54:48","date_gmt":"2019-03-28T14:54:48","guid":{"rendered":"https:\/\/dossenberger.de\/?p=7378"},"modified":"2019-03-28T15:55:44","modified_gmt":"2019-03-28T14:55:44","slug":"dossenberger-umweltfairtreter-auf-reisen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dossenberger.de\/?p=7378","title":{"rendered":"Dossenberger UmweltFairTreter auf Reisen"},"content":{"rendered":"\n<p>Im Laufe des Lebens kommt fast jeder Deutsche einmal nach Berlin. Immerhin ist es doch unsere Hauptstadt, mit all den wichtigen Geb\u00e4uden im Regierungsviertel, den weltber\u00fchmten Currywurstbuden (der sog. \u201e36er\u201c), der Mauer als \u00dcberbleibsel des Kalten Krieges, als Zeugnis der Geschichte, des monumentalen Holocaustdenkmals und all der anderen Dinge, die man sehen muss, wenn man dorthin f\u00e4hrt. Doch f\u00fcr viele kommt diese Chance erst recht sp\u00e4t. Nicht jedoch f\u00fcr das Umweltteam unserer Schule. 32 Sch\u00fcler bekamen von Frau Rembold f\u00fcr ihr Engagement die gro\u00dfartige Gelegenheit, diese schon jetzt kennenzulernen. Vom zweiten bis zum f\u00fcnften Dezember 2018 (02.-05.12.2018) durften wir auf eine Bildungsfahrt nach Berlin mitkommen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber die einzelnen Tage haben wir bereits live auf der Homepage berichtet, wovon ich jetzt das Schlussfazit ziehen bzw. die Highlights pr\u00e4sentieren darf. Am geschicktesten l\u00e4sst sich dies anhand einer kleinen Chronologie machen:<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Reise begann am Sonntag, dem 02., gegen acht Uhr in G\u00fcnzburg, wo wir in den Zug einstiegen und \u00fcber einen Zwischenhalt mit dem ICE nach Berlin fuhren, wo wir gegen 17.30 Uhr am Hotel ankamen und von der langen Reise erm\u00fcdet, aber dennoch voller Vorfreude auf das folgende Programm, das ausgezeichnete Abendessen im Hotel genossen. Doch wer glaubt, das sei es f\u00fcr den Tag gewesen \u2013 weit gefehlt. Frau Rembold nahm uns gleich auf den Weihnachtsmarkt am Potsdamer Platz (in der Adventszeit \u2013 die Leute kapieren\u2019s einfach nicht) mit, wo wir in Kleingruppen eine sehr vergn\u00fcgliche Zeit verbringen konnten und die modernsten Sehensw\u00fcrdigkeiten der Stadt sahen. Gegen elf Uhr waren wir dann auf den Zimmern \u2013 wann wir Sch\u00fcler tats\u00e4chlich zu Bett gingen, sei einmal dahingestellt. \ud83d\ude42<\/p>\n\n\n\n<p>Wie dem auch sei \u2013 am n\u00e4chsten Morgen ging\u2019s nach dem Fr\u00fchst\u00fcck direkt mit dem Programm los, und zwar mit dem hochkar\u00e4tigsten Ereignis unseres Aufenthalts: der Besichtigung des Deutschen Bundestages. Leider war zum Zeitpunkt der Exkursion keine Sitzungswoche, aber zumindest die Zuschaueremporen durften wir besetzen \u2013 und uns dabei einen sehr interessanten Vortrag \u00fcber die Geschichte des Hauses anh\u00f6ren. Zumindest eine Bundestagsabgeordnete haben wir danach gesehen; wir besuchten n\u00e4mlich einen Vortrag von Ekin Delig\u00f6z (B90\/Gr\u00fcne), die uns auf diese Reise eingeladen hatte \u2013 an dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank. Sie erkl\u00e4rte uns, was die Aufgaben der Abgeordneten in Berlin sind und wie der Alltag dort abl\u00e4uft. Nachdem dieses Gespr\u00e4ch vorbei war, besichtigten wir die ber\u00fchmt-ber\u00fcchtigte Kuppel (das gab ein paar tolle Fotos f\u00fcrs Album, auch ein echt geniales Gruppenbild). Nach dem Mittagessen durften wir eine Stadtrundfahrt mit Erkl\u00e4rungen mit dem Bus mitmachen, wo uns all die ber\u00fchmten Stra\u00dfen, Geb\u00e4ude und Gel\u00e4nde der wichtigsten Regionen Berlins \u2013 besonders des Regierungsviertels \u2013  auf eine sch\u00f6n illustrierte und spannende Art nahegebracht wurden. F\u00fcr mich pers\u00f6nlich am interessantesten war die bekannte Prachtsra\u00dfe \u201eUnter den Linden\u201c, die eine bewegte Geschichte hat und ein un\u00fcbliches Erscheinungsbild abgibt. Ein Wort zum Abendessen: Das war die schlechteste Kartoffelsuppe, die je einer von uns in seinem Leben gegessen hatte! Nur um einen Eindruck zu geben: das Wort \u201eKartoffelsuppe\u201c hat sich in unserer Clique als ein Wort f\u00fcr etwas absolut Schreckliches, Grauenhaftes, ja Scheu\u00dfliches eingeb\u00fcrgert!<\/p>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Tag war f\u00fcr 09.30 Uhr ein Gespr\u00e4ch im Bundesumweltministerium angesetzt, welches leider kurzfristig entfallen musste. Das gab uns allerdings Gelegenheit, u. A. den Alexanderplatz, die Marienkirche und den wunderbaren Berliner Dom zu besichtigen \u2013 leider hatten wir nur knapp zehn Minuten, nichtsdestoweniger habe ich den Ort als einen meiner Highlights in Erinnerung behalten. Hiernach ging es mit dem Bus schnurstracks weiter zum Bundesrat: eine Institution, die eigentlich auch sehr wichtig f\u00fcr unseren Staat ist, aber erheblich weniger \u00f6ffentlichkeitswirksam arbeitet als der Bundestag. Im Bundesrat also bekamen wir die obligatorische F\u00fchrung, die mit einer sehr interessanten Fragerunde verbunden war; an dieser Stelle durften wir ein Protokoll lesen, in welchem die legislative Aktivit\u00e4t der letzten Bundesratssitzung vermerkt war. Definitiv eine Arbeit, die man nicht untersch\u00e4tzen sollte! Nach einem bildungsreichen Vormittag durften wir in Veli\u2019s Restaurant ein absolut ph\u00e4nomenales Mittagessen genie\u00dfen. Ein wirklich einmalig gut gekochtes Essen, extrem lecker und sehr reich an Auswahl! Wir k\u00f6nnen nur jedem, der nach Berlin kommt, empfehlen, dort zu essen. Es lohnt sich!<\/p>\n\n\n\n<p>Im Anschluss daran besichtigten wir die \u201eGedenkst\u00e4tte Deutscher Widerstand\u201c [gegen die Nationalsozialisten], die direkt neben dem Verteidigungsministerium angesiedelt ist. An jenem Ort sind viele von den tapferen Frauen und M\u00e4nnern verewigt, die sich erhoben haben gegen die Herrschaft und den Terror des nationalsozialistischen Regimes. Bis heute nicht vergessen habe ich die Geschichte von Helmuth H\u00fcbener \u2013 der J\u00fcngste, an dem ein Todesurteil des \u201eVolksgerichtshofes\u201c vollstreckt wurde; er war damals 17. Ein Zitat von ihm, das in der Gedenkst\u00e4tte eine ganze Wand einnimmt, muss dem Menschen, der f\u00fcr die Demokratie streitet, immer bewusst sein: \u201eDarum rufen wir euch zu: Lasst euch euren FREIEN WILLEN, das KOSTBARSTE, was ihr besitzt, nicht nehmen.\u201c Und weil er nach diesen Worten gelebt hat, hat H\u00fcbener das Martyrium erlitten \u2013 sein Erbe darf und soll nicht vergessen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Den Rest dieses Abend durften wir frei gestalten.<\/p>\n\n\n\n<p>An unserem letzten Tag blie\u00dfen die Trompeten recht fr\u00fch zum Morgenappell \u2013 immerhin musste der Check-Out p\u00fcnktlich erfolgen. Gleich den Zug bestiegen haben wir aber nicht. Stattdessen durften wir uns nun \u00fcber die n\u00e4chste Historizit\u00e4t ausf\u00fchrlich informieren: die Trennung zwischen Ost und West. Konkret geschah dies beim Besuch des sogenannten Tr\u00e4nenpalastes. Dieser tr\u00e4gt seinen Namen, weil die im Osten lebenden Menschen, die keine Ausreiseerlaubnis hatten, hier \u2013 meist unter Tr\u00e4nen \u2013 ihre westlichen Verwandten verabschieden mussten. Die F\u00fchrung, die sehr reichhaltig mit Bild, Ton und Video unterlegt war, brachte uns die Diffizilit\u00e4ten und Ungerechtigkeiten nahe, die kanpp 30 Jahre im Osten Deutschlands Realit\u00e4t waren; au\u00dferdem konnten wir genau nachvollziehen, wann, wie, wo und warum sich die Wiedervereinigung abspielte. Auf alle F\u00e4lle eine Tour zum Weiterempfehlen!<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Mittagessen (Indisch; das muss man m\u00f6gen) war dann die letzte Station unserer Bildungsfahrt erreicht: die Gedenk- und Informationsst\u00e4tte \u201eBerliner Mauer\u201c. Evidenterma\u00dfen setzt sie sich reich an medialer Ausschm\u00fcckung mit dem Bau und Ausbau, dem Umfang, der Funktionsweise und dem Ende der Mauer und damit verbundenen Sicherheitsanlagen auseinander \u2013 auf dem Dach ist ein sehr lehrreicher Ausblick auf einen Teil der ehemaligen Todeszone m\u00f6glich; dadurch wird der Schrecken von damals zumindest ein St\u00fcck realer und unmittelbarer als sonst. Doch ehe man\u2019s sich versah, mussten wir auch schon Richtung Bahnhof aufbrechen \u2013 immerhin wartet der Zug nicht auf einen. Auf der Heimfahrt verlief alles reibungslos, sodass wir einen sch\u00f6nen gemeinsamen Ausklang der Fahrt genie\u00dfen durften<\/p>\n\n\n\n<p>An dieser Stelle m\u00f6chte ich ein kurzes pers\u00f6nliches Fazit ziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gelegenheit, die wir bekommen haben, war eine unvergessliche, unvergleichliche und ein St\u00fcck weit sogar unglaubliche Erfahrung. Die wunderbare Kombination von trautem Miteinander, der einzigartigen, geschichtstr\u00e4chtigen Umgebung und der bildungsreichen Gestaltung der Fahrt sind auf jeden Fall absolut einmalig gewesen \u2013 da waren wir Sch\u00fcler uns alle einig. Viel Dank, Frau Rembold, dass Sie es m\u00f6glich gemacht haben!!!<\/p>\n\n\n\n<p><em>Von Nico Mayer, 9A<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Laufe des Lebens kommt fast jeder Deutsche einmal nach Berlin. 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