{"id":8637,"date":"2020-02-14T09:09:02","date_gmt":"2020-02-14T08:09:02","guid":{"rendered":"https:\/\/dossenberger.de\/?p=8637"},"modified":"2020-02-14T09:09:03","modified_gmt":"2020-02-14T08:09:03","slug":"teneriffa-ein-unvergesslicher-schueleraustausch-mit-freunden-fuers-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dossenberger.de\/?p=8637","title":{"rendered":"Teneriffa \u2013 ein unvergesslicher Sch\u00fcleraustausch mit Freunden f\u00fcrs Leben"},"content":{"rendered":"\n<p>Zwei Wochen. Zwei Wochen voller so unglaublichen Eindr\u00fccken und Erfahrungen, die wir wahrscheinlich so nie wieder erleben werden. Ende Oktober begann unser kleines Abenteuer zusammen in Richtung Kanaren. Voller Euphorie und Neugierde flogen wir viereinhalb Stunden nach Teneriffa, wo uns ein Bus am Flughafen ans andere Ende der Insel brachte. Nach ein paar spanischen Vokabelauffrischungen im \u201eGuagua\u201c (=Bus), erreichten wir dann letztendlich die Austauschschule \u201eIES Viera y Clavijo\u201c. Zum allerersten Mal sahen wir unsere Austauschpartner, bei denen wir nun eine Woche leben w\u00fcrden. Nach der Begr\u00fc\u00dfung fuhren wir alle mit unseren Gastfamilien mit und erlebten gemeinsam eine unvergessliche Woche in Teneriffa. Ganz abgesehen von den Programmpunkten, wie zum Beispiel dem Besuch des Teide, dem h\u00f6chsten Vulkan der Kanaren und gleichzeitig h\u00f6chster Berg Spaniens, oder der Delphin-Tour, stellten unsere Austauschspartner ihr eigenes Programm mit uns zusammen, um jede Minute zu nutzen. Am Ende der sieben Tage sind unbeschreibliche Freundschafen zwischen den Spaniern und uns Deutschen entstanden und umso schwerer fiel der Abschied \u2026<\/p>\n<p>Nach so einem tollen Programm in Teneriffa lag die Messlatte hoch und deshalb begann schon im Flug nach Hause eine Diskussion, was wir denn in Deutschland mit den Spaniern machen k\u00f6nnten. Als wir dann Mitte Dezember die Aufenthaltsdaten der Spanier bekamen, begann erneut die Euphorie. Nicht nur die Spanier, die nun wie wir damals zum ersten Mal in ein komplett fremdes Land reisen w\u00fcrden, waren nerv\u00f6s. Auch wir wollten G\u00fcnzburg und unsere Kultur so eindrucksvoll pr\u00e4sentieren wie nur m\u00f6glich. Und so stellte einerseits Frau Unger, als auch wir, die Sch\u00fcler untereinander, ein Programm zusammen. Aber von vorne: Gegen 24:00 Uhr erreichten die Spanier am Mittwoch, den 29. Januar, G\u00fcnzburg. Da nach dieser langen Anreise jeder von uns ziemlich m\u00fcde war, fiel die Begr\u00fc\u00dfung ziemlich kurz aus, was wir dann aber am Donnerstag nachholten. Zur ersten Stunde begr\u00fc\u00dfte uns Herr Lang und w\u00fcnschte uns viel Spa\u00df f\u00fcr die kommende Woche. Nach einer kurzen F\u00fchrung in unserer Schule liefen wir mit unseren Austauschpartnern in die Altstadt, wo wir im Rahmen einer Stadtrallye zusammen im Stadtturm traditionell Wei\u00dfw\u00fcrste a\u00dfen. Am Abend trafen wir uns alle gemeinsam in einer Pizzeria, wir hatten uns ja schlie\u00dflich viel zu erz\u00e4hlen. Nach einem eindrucksvollen ersten Abend fielen wir abends alle m\u00fcde ins Bett, um \u201eausgeschlafen\u201c zur ersten Stunde in der Schule zu sein. Nach dem Unterricht gab es typisch deutsches Essen bei den Gastfamilien zu Hause. Und nach einer kurzen Siesta verabredeten wir uns alle nachmittags im Eisstadion Burgau. F\u00fcr viele war das ein gro\u00dfes Highlight \u2013 das Eislaufen lief \u00fcberraschender Weise bei jedem sehr gut: nach anf\u00e4nglichen Schwierigkeiten konnten wir alle gemeinsam auf dem Eis fahren, wobei einige der Tinerfe\u00f1os sogar Eiskunstst\u00fccke vorf\u00fchren konnten, da sie selbst inlineskaten. Nach einer kurzen Dusche zu Hause waren wir dann f\u00fcr Pauls Party bereit, der sich anbot in seinem Keller eine kleine Fiesta im spanischen Style zu feiern. Wir alle hatten unglaublich viel Spa\u00df und haben viele neue T\u00e4nze von den Spaniern lernen k\u00f6nnen, und so kam es, dass keiner von uns bemerkte wie schnell die Zeit verging\u2026 M\u00fcde von der Feier trafen wir uns dann Samstag morgen gegen 8 Uhr vor unserer Schule. Der H\u00f6hepunkt des Austauschs stand bevor: Der Ausflug in den Schnee. F\u00fcr viele war es das erste Mal, dass sie so hohe Berge, beziehungsweise Schnee sahen. Nach der Gondelauffahrt leihten wir uns Schlitten aus und \u00fcbten zun\u00e4chst einmal mit unseren Austauschspartnern an einem kleinen Hang, bevor wir uns dann der Rodelbahn widmeten. Dieser Ausflug hat allen, den Spaniern sowie den Deutschen, unfassbar viel Spa\u00df gemacht. Auch die Wanderung zur\u00fcck ins Tal, bei der ein unfassbares Schneeballduell untereinander ausbrach, machte die zun\u00e4chst kurz geplante Wanderung zu einem zweist\u00fcndigen Abmarsch.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen, dem freien Tag, stand dann deutsche Kultur auf dem Plan. Wir wollten ihnen unseren Fasching zeigen. Zugegeben der Umzug in Balzhausen hatten sie sich anders vorgestellt, denn wie uns die Spanier erz\u00e4hlten, findet auf Teneriffa, nach Brasilien, der zweitgr\u00f6\u00dfte Karneval der Welt statt. Jedes Jahr reisen hunderttausende auf die Insel, um einmal beim Karneval in Santa Cruz dabei gewesen zu sein. Trotz der etwas langweiligen Parade in Deutschland erfuhren sie beim Umzug vieles \u00fcber unsere deutschen S\u00fc\u00dfigkeiten, wie beispielsweise Esspapier, wovon sie weniger begeistern waren. Am Abend fuhren wir dann noch alle nach Neu-Ulm in die Lasertag-Arena, bei der wir uns zusammen in Teams nochmal so richtig austoben konnten. Am Montag fand dann wieder Unterricht in den jeweiligen Klassen statt, wobei witzige Diskussionen zwischen Lehren, die ihrer Ansicht nach Spanisch sprechen konnten, sowie den Spaniern stattfanden. Damit es f\u00fcr die Austauschspartner nicht zu langweilig wurde, haben sich verschiedene Klassen bereit erkl\u00e4rt Spiele Kochaktionen oder Diskussionsrunden mit ihnen zu machen. So gingen die Tinerfe\u00f1os immer mal wieder in andere Klassen und konnten verschiedene Eindr\u00fccke sammeln. Am Montagabend folgte dann das offizielle Abschiedsessen mit den Lehren. Zusammen trafen wir uns zum Bowlen und Essen in der Linde. Und erneut merkte man die enge Verbindung untereinander, bei der sehr lange und tiefgr\u00fcndige Gespr\u00e4che entstanden, sowie bei den Sch\u00fclern als auch bei den Lehrern. Denn anders als hier in Deutschland ist die Verbindung zwischen Lehrer und Sch\u00fcler viel enger und vertrauter. Aber vielleicht ist das genau das, was dieses Gef\u00fchl mit den Spaniern so eindrucksvoll macht. Ihre Offenheit. Egal in welcher Klasse sie zu Besuch waren, am Ende verlie\u00dfen sie sie als Freunde. Ihre Art mit anderen Menschen zu reden ist so tiefgr\u00fcndig und ehrlich, wie man sie seltenst in Deutschland findet. Vielleicht denken sie jetzt, dass ich \u00fcbertreibe, aber dieser Austausch hat mich nicht nur sprachlich enorm weitergebracht, auch menschlich konnte ich mich extrem weiterbilden. Die Sicht der Dinge, die Gelassenheit untereinander &#8211; und das hat nichts mit der typischen Siesta zu tun, sowie ihre Menschlichkeit sind unbeschreiblich. Und umso schwerer war es sich an dem Abend ums Bowlen zu k\u00fcmmern.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-8639\" src=\"https:\/\/dossenberger.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/teneriffa2020_2.jpg\" alt=\"\" width=\"480\" height=\"640\" srcset=\"https:\/\/dossenberger.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/teneriffa2020_2.jpg 480w, https:\/\/dossenberger.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/teneriffa2020_2-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><\/p>\n<p>An unserem letzten Tag ging es nach der sechsten Stunde nach Ulm und wir genossen die letzten Stunden zusammen. Gemeinsam schauten wir uns das Ulmer M\u00fcnster, die h\u00f6chste Kirche der Welt an, und bestiegen dann letztendlich den Turm. Nach 768 Stufen waren wir an der Spitze des Turms angelangt und hatten einen unglaublichen Blick \u00fcber die Stadt. Auch das kalte Wetter hatte einen Vorteil, denn ganz oben, an der Spitze der Kirche, schneite es, und somit sahen sie auch noch tausende winzige Schneeflocken herunter rieseln. Nachdem uns die K\u00e4lte dann doch zum Abstieg zwang, trafen wir uns nach weiteren Besichtigungen wichtiger Punkte der Innenstadt noch im Barf\u00fc\u00dfer, einem typisch deutschen Restaurant in der Stadtmitte. Als wir fertiggegessen hatten und die Spanier Souvenirs f\u00fcr ihre Eltern kauften, beschlossen wir uns noch ein \u201eechtes\u201c letztes Mal zum Essen zu verabreden. Und so kam es, dass wir Dienstagabend alle gemeinsam beisammensa\u00dfen. Gl\u00fccklich an diesem Abenteuer teilgenommen zu haben, und traurig, sich morgen endg\u00fcltig verabschieden zu m\u00fcssen, flossen schon am Dienstagabend massenweise Tr\u00e4nen \u2026<\/p>\n<p>Fertig gepackt, mit Tr\u00e4nen in den Augen kam dann Mittwochfr\u00fch der Moment, den wir so lange wie m\u00f6glich verdr\u00e4ngt hatten. Es war vorbei. Der Austausch war hiermit beendet. Nicht aber unsere Freundschaften, und auch wenn man immer sagt: \u201eWir halten den Kontakt, versprochen!\u201c, und man sich dann auseinanderlebt, war es diesmal anders. Wir wussten, wir werden uns wiedersehen, denn unser Herz schl\u00e4gt jetzt f\u00fcr Teneriffa. Wegen des Lifestyle, wegen der atemberaubenden Natur und wegen unseren Freuden, die uns in zwei Wochen besser kennengelernt haben als die meisten zuhause. Was mir zum Schluss zu sagen bleibt ist: Danke. Danke an Herrn Lang, der dieses Projekt so unterst\u00fctzt, danke an Frau Unger und Herrn Schiefele f\u00fcr die leidenschaftliche Organisation. Danke an den Bayerischen Jugendring f\u00fcr die finanzielle F\u00f6rderung. Und danke an jeden einzelnen der Teilnehmer, die diesen Austausch unvergesslich gemacht haben.<\/p>\n<p><em>Jakob Kucher, Q11<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwei Wochen. 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