AllgemeinItalienisch

Gäste aus Florenz

Unsere Schüler lernen am Dossenberger-Gymnasium so allerhand bis sie das Abitur erlangen. Die Kriterien dazu sind minutiös im Lehrplan festgeschrieben. Allerdings gibt es viele Erlebnisse im Laufe einer Schülerlaufbahn, die aus den Erinnerungen an die Schulzeit nicht wegzudenken sind. Dazu gehören ganz bestimmt auch die Fahrten und Schüleraustausche.

Nachdem wir im März in Italien waren, drehte sich Ende April die Rollenverteilung. Wir waren Gastgeber und genau das will gelernt sein. Fünf Tage lang gute Stimmung zu verbreiten, den Gästen die Wünsche von den Augen abzulesen und ihnen unsere Lebensweise und unser Schulleben zu erklären – das war die Aufgabe für die Italienischschüler der Q12. Um das Ende vorwegzunehmen: Beim Abschied wurde noch intensiver geheult als in Florenz und dies ist meist der Beweis, dass gute Arbeit geleistet wurde.

Unser Erfolgsrezept oder “wie wir die Italiener glücklich machten”:

Einen Tag in Günzburg mit Rallye, Kaffee und deutschen Kuchen im “Rosengässle”, Empfang auf der Stadt und, wie so oft, gemütliche Abende gemeinsam mit anderen oder spontane Treffen mit leckerem Essen und sogar einem Volksfestbesuch in Dillingen und Lagerfeuer auf “Emmas” Schloss.
Unsere Ausflüge führten uns dann nach Augsburg, weil wir uns die Familien Fugger und Medici näher anschauten und dabei viele Verbindungen zwischen der Renaissance-Stadt in unserer Nähe und dem Kunstzentrum in der Toskana verstehen wollten.
Am Tag danach versuchten wir, in einer großen Tour durch München, die klassischen Bayern-Ikonen wie Hofbräuhaus, Brezel, Dirndl und Lederhosen zu finden. Natürlich mussten wir am Bayern München Fan-Shop vorbei, um dann top-motiviert auf einer Dachterrasse ein Fußball Match zu spielen (sogar mit den beiden Nationalhymnen). Bevor wir im Olympiagelände eine letzte Competition, das Maßkrug-Stemmen, durchführten, bestaunten wir auch noch die futuristische und architektonisch überwältigende BMW-Welt.

Im Dossi selbst konnten die Gäste sehen, wie bei uns Unterricht läuft und darüber hinaus die besonderen Räumlichkeiten, wie z. B. Lernlandschaften, Sprachdorf und die Schulküche zum Einsatz kommen. Dabei ergeben sich Lernszenarien, die es so in Florenz nicht gibt. Unserer Beobachtung nach konnten wir vor allem damit punkten, dass man am Dossi kräftig mitmachen darf, egal ob beim Kochen, Kreativ Werden (sie bedruckten sich Taschen) oder im Sprachunterricht, wenn die Schüler aufgerufen waren, eine Sprachaufgabe zu lösen. Unser Thema in Italienisch waren die “vestiti” (Klamotten). Gemeinsam diskutierten wir, was einem gefällt, was gerade modern ist und was man sagt, wenn man einkaufen geht.

Letzteres war dann auch noch in der Aula möglich, denn Frau Rembold organisierte extra für diesen letzten Tag einen “Pop-Up Store” für wenige Stunden. Die Umweltklassen halfen dem Rot-Kreuz Laden Vintage-Mode auszustellen und einen Basar zu ermöglichen. Und tatsächlich gab es einen “run” auf die Schnäppchen. Wie amüsant und nachhaltig, wenn auf diese Weise so manches Kleidungsstück ein zweites Leben erfährt – ausgerechnet in der Stadt der Mode Italiens.

Elisabeth Brosig und Birgit Rembold