Aktionskunst in der Q12

Am Mittwoch, den 23. März 2022, haben die Schüler der Q12 ein von ihnen lange geplantes Projekt verwirklicht. Während der kleinen Pause von 9.55 Uhr bis 10.15 Uhr wurden sowohl Schüler als auch Lehrer gleichsam von der Aktion überrascht.

Der Kunstkurs von Frau Rembold machte in Zusammenarbeit mit der Umweltklasse auf ein Problem in der Welt aufmerksam. Es geht um die schlechte Behandlung der Näherinnen und Näher der Kleidungsindustrie. Die vor allem weiblichen Arbeiter müssen bis zu 18 Stunden täglich unter den schlechtesten Arbeitsbedingungen arbeiten und erhalten dabei nur einen winzigen Bruchteil des Produktpreises. Um darauf aufmerksam zu machen wurde zunächst die Aula in der Stunde vor der Pause auf die Aktion vorbereitet. Tische wurden zur Seite geräumt, die große Leinwand heruntergelassen und Etiketten mit einem durchschnittlichen Produktpreis von 25 € und dem durchschnittlichen Lohn einer Arbeiterin pro Stunde von ca. 0,10 € beschriftet. Später wurden diese Etiketten an der Kleidung der vorbeikommenden Schüler befestigt. Die nun etikettierte Kleidung wurde daraufhin fotografiert und auf die Leinwand projiziert.

Vor der Leinwand spielte sich der Hauptteil der Aktion ab. Vier Schüler und eine Schülerin der Q12 saßen in Business-Kleidung an einem Tisch und zählten mehrere 100 Euro Scheine, während sie auf die Arbeiter vor ihnen herabblickten. Die Arbeiterinnen und Arbeiter wurden von der Umweltklasse verkörpert, welche mit Nadel und Faden ausgestattet auf dem Boden saßen. Währenddessen liefen im Hintergrund von der Q12 zuvor eingesprochene Nachrichten über eingestürzte Fabriken von Kleidungsherstellern, bei denen viele Arbeiter schwer verletzt wurden oder sogar tödlich verunglückt sind. Solche Einstürze sind dabei keine Seltenheit. Die Fabriken befinden sich zumeist in Asien und in Osteuropa und bleiben, um Geld zu sparen, zumeist in demselben baufälligen Zustand, in dem sie auch gekauft wurden. Manche Gebäude fallen einfach in sich zusammen und begraben die Näherinnen unter sich, während in anderen Feuer ausbrechen, es jedoch keine Fluchtwege gibt. Viele dieser Tragödien hätten durch richtige Arbeitsschutzbedingungen verhindert werden können. Auf genau diese katastrophalen Arbeitsschutzbedingungen und Arbeitsverhältnisse hat der Kunstkurs der Q12 mit seiner Aktionskunst hingewiesen. Auf Nachfrage wurde die Aktion von den Schülern als sehr gelungen, außergewöhnlich und sehr cool bezeichnet. Da die Aktion in der Aula stattfand, konnte die Q12 viele Schüler erreichen und zum Nachdenken anregen.

Cristina Futterknecht, Schülerzeitung