Introduction to the Finnish Education Model

Helsinki: 06.06.-11.06.2022

Nach dem Erfolg Finnlands in der ersten Pisa-Vergleichsstudie der OECD im Jahr 2000 versuchten Fachleute und Beobachter zu ergründen, was dieses Land besser macht als andere. Als Schlüssel zum finnischen Bildungsgeheimnis wurden u.a. die folgenden Punkte genannt: Lernen durch Spielen statt Prüfungen schreiben, keine Hausaufgaben, soziale Kompetenz und Fähigkeit zur Problemlösung. Obwohl Finnland in seinen Pisa-Ergebnissen inzwischen etwas nachgelassen liegt es weiterhin in der erweiterten Weltspitze.

Dies ist natürlich Grund genug, sich mit dem finnischen Schulsystem eingehender vor Ort zu befassen, und im Rahmen unseres Erasmus+-Projekts den eingangs genannten Fortbildungskurs zu besuchen.

Folgende Beschreibung war lag der Ausschreibung des Kurses zugrunde:

“Have you ever wondered why Finland always rates high on Pisa’s performance and wellbeing results? Finland’s education has become well known around the world yet many still don’t understand why and how it can be used in their own classroom.
Finnish educational system is focused on collaborative learning, using collaboration as a powerful tool to increase student motivation and participation in the learning process. Collaborative or co-operational learning aims to stimulate the reflections and critical thinking of students and share ideas with each other.
During this course, the participants will gain a better understanding of inland’s progressive style of teaching and practical methods. We will look into various student-centered approaches and learn about co-operational learning. Finland is also well-known for ICT that becomes effectively part of the teaching process as well as a tool for student-centered learning. By the end of this course, you’ll discover what type of digital tools are used in Finland and how they are used in a student-centered approach.”


Finnlands Bildungssystem ist konsequent dezentral organisiert.

Oberste Behörde ist das Bildungsministerium. Auf Regierungsebene werden Richtlinienkompetenz, Koordination vor allem der eingesetzten finanziellen Mittel und Aufsicht gebündelt. Im Rahmen der hier definierten Vorgaben ist das Zentralamt für Unterrichtswesen als nationale Fachbehörde verantwortlich für die Festlegung der Bildungsziele, -inhalte und -methoden, für die Unterrichtsgliederung in Fächer und Fachbereiche oder den Aufbau der Examina, aber auch für die Bewertung des Bildungssystems – mit Ausnahme der Fachhochschulen und Universitäten, die über eine hohe Autonomie verfügen. Die Verantwortung für das lokale Bildungsangebot und die einzelnen Bildungsinstitutionen wiederum liegt bei den Gemeinden.

Kennzeichnend für das finnische Bildungssystem ist also ein hohes Maß an Eigenverantwortung und Flexibilität der Schule, um unter den lokalen Bedingungen einen optimalen Lernerfolg zu erzielen.

(…) Anders als in Deutschland erfolgt eine Differenzierung der Schüler nach unterschiedlichen Schulformen erst sehr spät. Die Schulpflicht beginnt mit der Vollendung des siebten Lebensjahres. Von der 1. bis zur 9. Klasse findet der allgemeinbildende Unterricht für die gesamte Altersstufe in Gesamtschulen statt. Ein freiwilliges 10. Schuljahr kann angeschlossen werden. Danach folgt fakultativ der Besuch eines Gymnasiums (zwei bis vier Jahre) oder einer berufsbildenden Schule (drei Jahre). Der Abschluss beider Richtungen berechtigt zum Hochschulstudium.
Aus „Finnland: Ein Einblick in Schulsystem, Lehrerausbildung und Evaluation, Andrea Abstiens-Gutzmer, Bochum, Tertium Comparationis, Journal für International und Interkulturell, Vergleichende Erziehungswissenschaft, Vol. 14, No. 1, pp. 5–24, 2008“

Im fünftägigen Kurs ging es u.a. um folgende Themen:

  •  Finnish Education in a nutshell
  • Features of Basic Education
  • Parents role
  • Phenomenal-Based Learning and Positive Pedagogy
  • Cooperative Learning
  • STEAM – the new literacy
  • Framework of Character Strenghts
  • ICT in Finnish Schools
  • What is EdTech?
  • S.M.A.R.T Goals
  • Lesson planning step
  • Independent work & work together

Mit den beiden letzten Bildern kann man getrost feststellen, dass wir am Dossenberger-Gymnasium für die Zukunft sehr gut aufgestellt sind. Moderne pädagogische Unterrichtsformen sind auch bei uns eine Selbstverständlichkeit und Lernlandschaften können wir im neu sanierten Gebäude, Dank unseres Sachaufwandträgers, an verschiedenen Stellen in den Unterricht integrieren.
Besonders stolz ist Finnland auf den Aufbau seines Schulsystems, das unter dem Motto steht, dass es keine Sackgassen gibt und alle Bildungswege allen Schülern gleichermaßen zur Verfügung stehen.

Auch das Bayerische Schulsystem steht unter dem Motto „Kein Abschluss ohne Anschluss“. Auf der Seite (…)  informiert das Kultusministerium Bayern über die vielfältigen Anschlussmöglichkeiten im bayerischen Schulsystem und über die zahlreichen Wege, die, neben dem gymnasialen Weg, zur allgemeinen Hochschulreife führen.

Natürlich sah der Kurs der europass Teacher Academy auch vor, sich mit der Kultur und den Sehenswürdigkeiten Finnlands und Helsinkis auseinanderzusetzen. In Helsinki gibt es (wie überall) einige „must see“ Attraktionen, wie die Helsinki Cathedral, die Zentralbibliothek Oodi oder das Sibelius-Denkmal.

P. Lang, im Juni 2022