Uwe Timm: “Schatz auf Pagensand”
Briefe der Klasse 6c an den Autor
Seit vielen Jahren wird Uwe Timms Jugendroman „Schatz auf Pagensand“ an unserer Schule gerne in der 6. Jahrgangsstufe gelesen. Dass die Geschichte Jungen und Mädchen gleichermaßen anspricht und begeistert, zeigen die Briefe an den Autor, die die Schülerinnen und Schüler der 6c in Gruppenarbeit verfassten. Dabei übten sie auch, wie ein Brief auf dem iPad mit Word erstellt wird – ein gar nicht ganz so leichtes Unterfangen.
Über den dtv-Verlag ließen wir die Briefe Uwe Timm zukommen. Und drei Wochen später erhielten wir den folgenden
Antwortbrief von Herrn Uwe Timm
Liebe Kinder der Klasse 6c,
mit Interesse habe ich Eure Briefe gelesen und mich gefreut, dass der Roman “Der Schatz auf Pagensand” Euch gefallen hat.
Eure Vermutung ist richtig. Tatsächlich ist viel von meinem Leben in diesem Roman. Ich hatte wie Benno Schwierigkeit mit der Rechtschreibung. Schaper, ein unangenehmer, reaktionärer Lehrer, hat mich, weil ich lange Aufsätze voller Fehler schrieb, vor der Klasse lächerlich gemacht. Georg, so hieß ein Schüler, hat mich und meinen Aufsatz einmal vor der Klasse verteidigt, was damals sehr mutig war. Darum heißt Georg in der Geschichte Georg. Eine Figur, die mir sehr lieb ist. Ja, gesegelt bin ich auch und auf dem Schweinesand war ich auch. Soviel will ich verraten.
Die Anführungszeichen haben mich als Kind gestört – obwohl sie recht hilfreich sind – aber sie unterbrechen den Lesefluss, finde ich. Der Verlag hat mich am Anfang überreden wollen, Anführungszeichen zu machen, aber ich blieb störrisch. Das gehört auch zum ernsthaften Schreiben, das zu machen, was man selbst will.
Ich hoffe, dass Ihr mit Eurer Lehrerin auch weiterhin kleine und später lange Romane lest.
Alles Gute und herzliche Grüße,
Uwe Timm
PS
Dank für die Glückwünsche zum Goethe-Preis.
Danke, Herr Timm, dass Sie sich die Zeit genommen haben. Wir haben uns sehr über Ihre Antwort gefreut.

Quelle (Foto Uwe Timm): Elena Ternovaja CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
