Freiheit, Mode und Jazz in Italien

Vom 12.5 bis 18.5.2018 reiste eine Gruppe von Schülern des Dossenberger-Gymnasiums Günzburg), zusammen mit ihren Begleitlehrern Christelle Wecker und Tobias Starke nach Vergato, Emilia-Romagna (Italien), um an dem vierten internationalen Treffen eines Erasmus-Projekts teilzunehmen. An der Schule für die Mittelstufe E. Veggetti di Vergato trafen sie eine Woche lang weitere Jugendliche aus Baia de Fier (Rumänien) und Athen (Griechenland), um sich im Rahmen des Erasmus-Projekts „Liberté-je t’aime“ über die Freiheit in der Mode und der Musik auszutauschen. Die 14- 17-jährigen Schüler, alle Französisch-Lernende, hatten sich in den Wochen zuvor intensiv auf dieses Treffen vorbereitet und tolle Plakate über den Begriff der „Freiheit in der Mode“ erstellt, beispielweise über die Hippie-Bewegung und die Emanzipation der Frauen durch den Minirock, die Entdeckung des persönlichen Stils abseits der Zwänge der Modedesigner in den 70er Jahren, den Druck der Markenkleidung auf die Schüler, aber auch über die moderne Sklaverei in den Textilfabriken in Asien oder Osteuropa. All diese Themen brachten die Jugendlichen zum Nachdenken. Sie beschäftigten sich auch mit der Geschichte der Musikrichtung „Jazz“ und dessen rhythmische Freiheiten.

In der Kleinstadt Vergato, im Renotal mitten im Appenin-Gebirge, lernten die Schüler zudem den italienischen Alltag kennen und besuchten auch mehrmals den italienischen Unterricht. Auch die Kultur kam nicht zu kurz. Die internationale Gruppe besichtigte am Sonntag das jüdische Viertel und die Altstadt von Bologna. Am Dienstag entdeckten sie die Stadt der Renaissance Florenz und bewunderten dort die Modekollektionen berühmter Modedesigner in einer stilvollen Ausstellung im Pallazzo Pitti. Am Donnerstag wanderten sie im historischen Regionalpark des Monte Sole, um den Opfern des Massakers von Marzabotto während des 2. Weltkriegs zu gedenken, sowie die Geschichten der Helden zu hören, die für die Freiheit gegen die Nationalsozialisten und Faschisten kämpften.

Das Highlight der Woche war zweifellos die am Mittwoch geplante Modeschau in der pittoresken Burg Mattei di Riola. Die Schüler präsentierten stolz und souverän selbst kreierte Kleider aus Recyclingprodukten oder trugen Outfits zu selbst gewählten Thema wie die 70-er Bewegung oder den „Vier-Jahreszeiten“. Anschließend gaben das Schulorchester und die Band Non Sol Note ein Jazz-Konzert, das mit dem zusammen gesungenen Lied „Shosholoza“ aus Südafrika endete. Später freuten sich alle auf das Buffet mit leckeren italienischen Gerichten, die die Eltern zubereitet hatten.

Fazit: Eine gelungene Woche mit unvergesslichen Momenten und wertvollen Erfahrungen, die bei den Jugendlichen das europäische Zusammengehörigkeitsgefühl stärkten.

Laura und Annemarie berichten: „Schon am ersten Morgen wurde uns ein Unterschied zum deutschen Leben erkennbar: die Italiener essen anders als wir zum Frühstück nur eine Kleinigkeit wie Kekse und dafür abends erst sehr spät (nach 20 Uhr) etwas Größeres, woran wir uns erst einmal gewöhnen mussten. Montag verbrachten wir den Vormittag mit unseren italienischen Partnern und wurden in verschiedene Klassen aufgeteilt. Man muss dazu sagen, dass die Schüler die „scuola secondaria di primo grado“ nur 3 Jahre besuchen. Sie entspricht etwa der Mittelstufe am Gymnasium. Wir stellten fest, dass der Unterricht nicht mit unserem am Dossenberger zu vergleichen ist. Die Regeln schienen hier von viel weniger Bedeutung zu sein, weshalb es in den Klassen zum Teil sehr laut war, was das Aneignen der Lerninhalte sicherlich erschwert… Jedoch waren alle sehr bemüht um uns und nahmen uns herzlich auf. Im Rahmen unserer Feier am Mittwoch wurde die Burg Rochetta Mattei extra für uns von der Gemeinde Riola zur Verfügung gestellt, was ein absolutes Highlight war! Schon allein die sehr gut erhaltene Burg mit der schönen Aussicht auf die Berge bildete eine außergewöhnliche Kulisse für unsere Modenschau… Nach einem erneuten Schulbesuch diesmal in das Istituto Fantini (höhere Klassen), ging es für uns wieder zurück in Richtung Heimat. Während unseres Aufenthalts in Italien haben wir viel über die Kultur, die Traditionen (vor allem das Essen) und das Schulsystem kennen gelernt. Außerdem lieben die Italiener gutes Essen, was sich auch darin zeigte, dass sich die Gastgeber immer sehr bemüht haben, leckeres Essen zuzubereiten. Darüber hinaus sind die Italiener wirklich herzliche Menschen. Das Erasmus-Projekt ist für uns total gelungen. Wir haben viele Dinge gelernt und neue Freunde aus anderen europäischen Ländern gefunden! Auf diesem Weg möchten wir uns bei Frau Wecker für die gemeinsame Zeit, für ihre gute Laune, ihre fröhliche Art und ihr Engagement bedanken.“