Erfahrungen für´s Leben – Schüleraustausch mit dem „IES Viera y Clavijo“ auf Teneriffa

Die Kanarischen Inseln. Für viele ein sehr schöner Ort um in dieser kalten Jahreszeit Urlaub zu machen. Für uns ein tolles Ziel für unseren Schüleraustausch im Fach Spanisch 😊

Zusammen mit zwei Lehrern reisten 10 Schüler des Dossenberger-Gymnasiums vor den Allerheiligenferien zu ihren spanischen Austauschpartnern nach San Cristóbal de La Laguna im Nordosten Teneriffas.

Am Donnerstagmorgen trafen wir uns alle um 7.30 an der Schule, um gemeinsam mit einem Kleinbus zum Münchner Flughafen zu fahren. Wir alle waren sehr aufgeregt schon in so kurzer Zeit der Familie gegenüber zu stehen, mit der wir die ganze nächste Woche verbringen würden und für manche von uns war es noch dazu der erste Flug. Alles verlief glatt und sobald wir gelandet waren, fuhren wir einmal quer über die Insel zu unserer Partnerschule, in der bereits unsere Austauschschüler warteten. Zumindest die meisten von ihnen, denn die Spanier sehen es nicht so genau mit der Pünktlichkeit. Irgendwann waren alle da und wir wurden sehr warm und herzlich von der Schule und unseren Gastfamilien begrüßt. Daraufhin fuhren die meisten von uns nach Hause oder gingen noch für einige Zeit in die Stadt. Wir lebten alle in verschieden Stadtteilen und viele der spanischen Schüler kamen auch von außerhalb. Fast jeden Tag trafen sich aber alle gemeinsam in La Laguna.

Unseren zweiten Tag verbrachten wir in der Schule, die dort jeden Tag um 14.00 Uhr endet, und besuchten ganz normal den Unterricht. Für den Nachmittag war eine Führung in der Innenstadt geplant. Anschließend gingen wir alle mit den Lehrern zusammen in ein typisch kanarisches Restaurant und blieben noch bis zum späten Abend auf den Straßen.
Den Samstag durften wir mit unseren Gastfamilien verbringen. Meine Austauschpartnerin Noa und ich entschlossen Santa Cruz (der Hauptstadt) zu besichtigen. Im Anschluss daran trafen wir uns mit den anderen Deutschen und Spaniern, um, ebenfalls in Santa Cruz auf eine „fiesta“ zu gehen. In Spanien werden viele Feste mitten auf den Straßen der größeren Städte gefeiert. Wir hatten alle sehr, sehr viel Spaß.

Am Sonntag verabredeten sich einige Familien an einem Strand, wieder in Santa Cruz. Das Wetter war sehr schlecht und anfangs regnete es andauernd, sodass wir uns für kurze Zeit in eine Strandbar setzten bis es wieder etwas trockener war. Das Meer war vergleichsweise warm. Dadurch konnten wir längere Zeit im Wasser bleiben. Später fuhren wir noch zum Bowlen und verbrachten dort den restlichen Abend.

Am Tag darauf machten wir mit der Schule einen Ausflug zum „Teide“, dem größten Berg Spaniens. Wir erfuhren viel über die vulkanische Entstehung der kanarischen Inseln und den Wert des Nationalparks. Es war eiskalt; der Temperaturunterschied zwischen der Küste und dem Inland, eine ziemlich kurze Strecke, war für einige von uns erschreckend hoch.

Am Dienstag war wieder Schule angesagt. Wir Deutschen hielten in Zweiergruppen Präsentationen über unsere Kultur, Günzburg und noch einige andere Themen. Dabei entstanden interessante Gespräche über kulturelle Klischees und Besonderheiten.

Den Tag darauf durften wir nochmal auf eine Exkursion gehen. Diesmal fuhren wir ganz in den Südwesten zu „Los Gigantes“. Dort waren wir für eine Bootstour angemeldet, von der aus man, mit viel Glück, Wale und Delfine beobachten konnte. Wale konnten wir leider nicht entdecken, aber dafür haben wir ganz viele Delfine gesehen. In einer Badebucht durften eine halbe Stunde im Wasser verbringen. Beim Reinspringen ließ der Kapitän den Soundtrack von „Der weiße Hai“ laufen 😊. Diese sind vor der Insel allerdings glücklicherweise nicht anzutreffen. Nachfolgend schipperten wir zurück zum Festland, um abermals, jedoch jetzt in einer kleinen Bucht mit schwarzem Sand, schwimmen zu gehen. Zurück in La Laguna überraschten uns die Spanier mit einem Abschiedsessen, da dieser Abend unserer letzter gemeinsamer auf der schönen Insel war.

Am Donnerstagmorgen gingen wir noch zum Unterricht und hatten danach eine kleine Abschiedsfeier in der Schule. Hier kam der schwierigste Teil: das Lebewohl sagen. Wir alle waren in einer so kurzen Zeit zu einem unglaublich tollen Team zusammengewachsen. Am Bus fingen die meisten an zu weinen, da half es auch nicht zu wissen, dass wir uns in einigen Monaten wiedersehen würden. Der Flug verlief bis auf Turbulenzen wieder gut und gegen Mitternacht lieferte der Bus uns in Günzburg ab.

Rückblickend war es die richtige Entscheidung am Austausch teilgenommen zu haben. Auch allen anderen Schülern würde ich empfehlen die Möglichkeiten zu nutzen. Die Erfahrungen des Lebens in einer Gastfamilie, egal ob positiv oder negativ, sind in jedem Fall bereichernd und die Chance eine Kultur so eindrücklich zu erleben, wird es außerhalb der Schulzeit nie wieder so einfach geben. Danke auch an den bayerischen Jugendring, der den Austausch finanziell unterstützt!

Lina Proksche, Q11