Ein funkelnagelneuer Austausch

Dossenberger meets Poggio Imperiale

Günzburg hat neue Freunde in Florenz

Bereits im März dieses Jahres hatte eine Gruppe italienischer Schüler Günzburg besucht, vom 05. bis 12.Mai erfolgte nun der der Gegenbesuch von 19 Schülerinnen und Schülern mit Frau Rembold (später abgelöst von Frau Brosig) und Herrn Baum in Florenz. Nach 10 Stunden im Zug über München, den Brenner und Bologna wurde die Müdigkeit der Schüler durch den freundlichen und fröhlichen Empfang durch die Gastfamilien förmlich weggeblasen. In den folgenden Tagen sollten sie das Leben in italienischen Familien, den italienischen Schulalltag und Florenz mit allen seinen kulturellen Schätzen kennenlernen.

Doch lassen wir nun die Schüler zu Wort kommen:

Die Schule war wunderschön, sie befindet sich in einer ehemaligen Medici-Villa und ist mit vielen Wand- und Deckengemälden verziert. Wir haben von italienischen Schülern auf deutsch eine Führung durch die Villa erhalten und dabei viel über die Geschichte der Villa erfahren.

Der Unterricht war sehr interessant, da es Fächer gab, die wir in Deutschland nicht haben, wie zum Beispiel Philosophie. Da der Unterricht nicht so streng ist wie in Deutschland, gibt es viele Möglichkeiten, sich besser kennenzulernen, wodurch der Klassenzusammenhalt sehr stark ist.

Das Klassenzimmer, in dem wir während dieser Woche zusammen mit unseren Gastgebern unterrichtet wurden, war wie ein Museum. Aber sehen Sie sich selbst die umwerfenden Fotos an. (Leonard, Christiane)

Einige Schülerinnen leben in einem Internat auf dem Schulgebäude. Sie wohnen und essen zusammen, werden von Erziehern betreut (auch im Hinblick auf die Hausarbeiten) und können an Unternehmungen der Schule teilnehmen. Auch Fernsehräume und eine Krankenstation stehen zur Verfügung. Die Schülerinnen dürfen das Internat verlassen, müssen sich aber abmelden und zumindest unter der Woche sind die Regeln zum Ausgang streng damit ja kein Schüler verloren geht. (Luzie, Dana)

Uns ist es so vorgekommen, als ob wir praktisch zur Familie gehören würden. Die Familien haben uns in ihren normalen Alltag mit einbezogen, haben mit uns Ausflüge gemacht und sich besondere Mühe bei unserer Versorgung gegeben. Das Essen war hervorragend, es gab viele traditionelle Speisen wie Cinghiale (Wildschwein) und Fagioli con Pasta (Bohnen mit Nudeln) , die uns die italienische Kultur näher gebracht hat. Insgesamt kann man sagen, dass die italienischen Familien sehr freundlich und aufgeschlossen waren, sich sehr für die deutsche Kultur interessiert haben und uns alles erklärt haben, wozu wir Fragen hatten. (Paolo, Paul)

Pasta, Pizza, Parmesan – aber die typische toskanische Küche besteht aus noch viel mehr. Viel, das ist das Stichwort, hier gibt es eigentlich immer mindestens zwei Gänge und jedes Gericht wird noch mit Parmesan und Olivenöl verfeinert. Im Vergleich zu den Gerichten in den Familien und im Restaurant tat sich das Schulessen natürlich schwer. Leckere Ravioli, Tortellini und andere Pasta gab es aber auch hier. Bekannt ist Florenz auch für hervorragende Fleischgerichte wie die Bistecca Fiorentina, ein dickes Steak nicht unter 800g von glücklichen Kühen aus dem Umland sowie Porchetta, was einem gut gewürzten Spießbraten entspricht. (Clara, Jana)

Am Dienstag den 08.05. waren wir mit unseren Austauschpartnern in Siena. Wir hatten eine Führung auf deutsch und italienisch. In Siena geht man eigentlich immer bergauf oder bergab, da die Stadt auf vielen Hügeln gebaut ist. Früher standen Siena und Florenz in ständiger Konkurrenz, es gab sogar Kriege zwischen den Städten und auch heute kann man noch eine gewisse Rivalität spüren. Wir haben den Palazzo Publico mit dem Museo Civico besucht, sowie den Piazza del Campo, auf dem zweimal im Jahr das berühmte Pferderennen Palio di Siena stattfindet bei dem die Stadtteile gegeneinander antreten und waren auch im Dom, der älter ist als der Dom von Florenz. (Alida, Josephine)

Am Mittwoch, den 09.05. kämpften wir uns nachmittags durch das Gedränge der „Galleria degli Uffizi“. Nach der Sicherheitskontrolle suchten wir als erstes die großen gotischen Altartafeln auf, an denen uns Frau Rembold die Entwicklung der Maltechnik erklärte. Des weiteren betrachteten wir viele Werke verschiedener Künstler der Renaissance, wie Piero de la Francesca (Herzogspaar von Urbino), Giotto, Michelangelo, Leonardo Da Vinci und Botticelli (Geburt der Venus). Trotz des beträchtlichen Laufpensums an diesem Tag waren wir von den verschiedenen Bildern sehr beeindruckt, nicht zuletzt auch dank der sehr anschaulichen Erklärungen von Frau Rembold. (Jan, Lukas)

Unsere Top 5 Bauwerke waren:

  1. Il duomo, die Kathedrale Santa Maria del Fiore, in der 30000 Menschen Platz haben. Sie wurde von 1296 bis 1436 gebaut, ist 114m hoch und gilt als Meilenstein der frühen Renaissance.
  2. Der Ponte vecchio, die älteste Brücke von Florenz, die die beiden Seiten des Arno miteinander verbindet. Auf der Brücke sind auch heute noch kleine Läden für Schmuck und Kunsthandwerk.
  3. Der Dom von Siena (Santa Maria Assunta), Mutterkirche des Erzbistums Siena. Die charakteristischen Farben der Kirche sind dunkelgrün und weiß. Auch wenn das reichlich mit weißem Marmor verkleidete Bauwerk kleiner ist als der Dom in Florenz, so ist es doch eines der bedeutendsten Bauwerke der gotischen Architektur in Italien und zudem deutlich älter als der Dom in Florenz (erbaut 1263 – 1376)
  4. Im Zentrum von Siena befindet sich der Piazza del Campo, der für seine beeindruckende Größe und seine ansprechende Architektur in Form eines Halbkreises bekannt ist. Auf ihm werden zweimal im Jahr die berühmten Pferderennen Palio di Siena abgehalten, bei denen Vertreter der Stadtteile gegeneinander antreten.
  5. Auch die Schule unserer italienischen Austauschpartner SS. Annunziata auf dem Poggio Imperiale, eine Medici-Villa aus dem 15. Jahrhundert schafft es unter unsere Top 5. Die Villa wurde im Laufe der Zeit immer wieder ausgebaut und erweitert und kann trotz des Schulbetriebs besichtigt werden, wobei Schüler aus der Abschlussklasse die Führungen anbieten. (Matthias, Carolin)

Die Boboli Gärten waren ursprünglich als Machtdemonstration gedacht, durch die sich die Medici von anderen reichen Familien in Florenz abheben wollten. Sie stellen aber auch eine perfekte Harmonie zwischen Mensch und Natur dar. Zahlreiche Skulpturen, Paläste und künstliche Grotten schmücken die pflanzliche Artenvielfalt in den Gärten aus. So werden diese noch heute als Rückzugsort vom hektischen Stadtleben genutzt und so mancher guter Gedanke ist hier entstanden. (Philipp, Sima)

Typisch italienisch? Auch wir haben gemerkt, dass an dem Vorurteil, Italiener kämen immer zu spät, durchaus etwas dran ist. Hat man sich um 8 Uhr verabredet, so kann man sich darauf einstellen, dass um 10 Uhr alle anwesend sind. Das Zuhause ist nur zum Schlafen da, einen Abend wie in Deutschland im Bett gemütlich ausklingen zu lassen wie in Deutschland, kommt in Italien nicht vor, da jeder praktisch ständig in Action ist. Überhaupt ist es das Wichtigste, mit den Freunden zusammen zu sein, hier ist immer gute Stimmung und egal wo man ist, es fängt immer jemand zu Singen an (Il Pompiero, paura no ne ha..) und der Rest stimmt lauthals mit ein. (Pia, Anne)

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verließen wir nach einer Woche Florenz, jeder von uns mit einem großen Schatz an neuen Eindrücken, Erinnerungen und Begegnungen. Für alle von uns war die Woche spannend, interessant, lohnend, vielleicht auch etwas anstrengend aber sicherlich unvergesslich und wir hoffen, dass noch viele weitere Schüler die Möglichkeit bekommen, am Austausch mit Florenz teilzunehmen.

Baum, Brosig, Rembold