„Zur Not verstand man sich auch ohne Worte“

Erasmus+ Projekt des Dossenberger-Gymnasiums mit europäischen Partnerschulen erfolgreich abgeschlossen

Günzburg Die Stimmung in der Mensa des Dossenberger-Gymnasiums war schon fast familiär, als am vergangenen Donnerstag die teilnehmenden deutschen Schüler des Projekts Erasmus+ abschließend miteinander feierten. Alle redeten und lachten, sie hatten eine Menge miteinander erlebt. Seit September 2016 lief das von der EU finanzierte Projekt zur europaweiten Zusammenarbeit und zum Austausch kultureller Unterschiede und Gemeinsamkeiten unter dem Motto „Liberté – je t’aime“ („Freiheit, ich liebe dich“). In der Arbeitssprache Französisch trugen die Günzburger Schüler gemeinsam mit ihren Partnern aus Athen in Griechenland, Bologna in Italien und Baia de Fier in Rumänien Wissen zum Thema Freiheit zusammen. Jede Schule war dabei eine Woche lang Gastgeber für die Teilnehmer aus dem Ausland. Es wurden jeweils verschiedene Aspekte von Freiheit zuerst auf nationaler, dann auf internationaler Ebene erarbeitet, präsentiert und anschließend diskutiert. Natürlich durften auch Ausflüge wie ins griechische Parlament, in das rumänische Kloster Lainici, nach Florenz oder in die Augsburger Fuggerei sowie Feiern, bei denen gemeinsam musiziert und gesungen wurde, nicht fehlen. Für die Mittel- und Oberstufenschüler bot die Woche im Ausland eine Menge wertvoller Erfahrungen und neuer Freunde, mit denen sie teilweise bis jetzt noch in Kontakt stehen, aber auch Umstellungen und Eigenverantwortlichkeit. „Meine Gastfamilie lebte, wie fast alle dort, auf dem Land und hatte eine Kuh und viele Gänse im Garten. Das war für mich als Städterin natürlich komplett ungewohnt“, erinnert sich Anne, die nach Rumänien reiste. „Und die Eltern meiner Gastschülerin konnten zwar weder Englisch noch Französisch, aber wir verstanden uns auch ohne Worte. Zu meinem Geburtstag haben sie mir sogar einen Kuchen gebacken“, fügt sie schmunzelnd hinzu. Die Menschen dort wären herzlicher und strenger gläubig, allerdings sei alles noch nicht so modern wie in Deutschland.

„Die waren so unpünktlich wie ich, da hab‘ ich mich gleich sehr zuhause gefühlt“, meint Annemarie, die in Italien dabei war, lachend. Am Ende flossen bei ihrer Gastfamilie die Tränen. „Erasmus+ war für mich, viele Erfahrungen zu machen und neue Leute kennenzulernen“, fasst es Jenny zusammen, die mit nach Griechenland flog. Um den zweijährigen Einsatz der Schüler auch offiziell zu honorieren, erhielten alle Teilnehmer einen Europass, der vor allem im europäischen Ausland für Bewerbungen wichtig ist. Das meiste Engagement zeigte aber Lehrerin Christelle Wecker, die das Projekt unter großem Aufwand ins Leben rief, die Schüler motivierte, alles organisierte und mithilfe ihrer Kollegen erfolgreich durchführte. Als sie die Bereicherungen für die Schüler durch das Projekt erläutert, nennt sie auch ein Zitat des Autors Alphonse Allais: „Les voyages forment la jeunesse“ („Reisen bildet junge Leute“). Doch auch die Schüler, die bei diesem tollen Projekt nicht mitwirken konnten, dürfen sich freuen: Das nächste Projekt von Erasmus+ mit dem Dossenberger-Gymnasium wurde bereits genehmigt.

Lukas Hesse