Theater gegen Mobbing in Italien

Eine Erasmus+ Gruppe war vom 30.3 bis 5.4.2019 wieder auf Reise, diesmal nach Vergato, einer Kleinstadt mitten im Appenin-Gebirge südlich von Bologna. Sechs Schüler, begleitet von zwei Lehrerinnen, reisten mit der Bahn über die Alpen, um eine Woche bei ihren italienischen Partnern zu verbringen. Das Erasmus+ Projekt beschäftigt sich allgemein mit dem Thema Solidarität und es ist keine Überraschung, dass Solidarität in der Schule auch den Kampf gegen Mobbing und für eine bessere Klassengemeinschaft bedeutet. Um dieses schwierige Thema den Schülern näher zu bringen, wurden professionelles Theater und szenisches Spiel herangezogen. Erasmus+ Projekte nutzen bekannterweise innovative Methoden, um die Inhalte zu vertiefen. Deshalb wurde das Stück „Rêvolution“, für „France Théâtre” geschrieben und produziert von Frédérick Lachkart, in Mailand besucht. Im Traum (auf Französisch „rêve“) trifft Chloé, eine Schülerin, die gemobbt wurde, auf Studenten der 68er Bewegung. Die französischen Schauspieler konnten das junge Publikum durch ihr tänzerisches und musikalisches Können wirklich begeistern! An einem anderen Tag durften die 35 Schüler aus Italien, Griechenland, Schweden und Deutschland durch verschiedene Spiele und Theaterszenen das Thema Selbst- und Fremdwahrnehmung erleben, um sich Mobbing gegenüber stärker zu fühlen. Am letzten Tag wurde das Lied « Siamo diversi tra noi » (auf Französisch übersetzt „Nous sommes tous les mêmes“) vom Marco Baruffaldi zusammen gesungen, einem jungen Rapper, der aufgrund seiner Andersartigkeit (Down-Syndrom) früher gemobbt wurde. Das Lied wurde vom Schulorchester im Theater von Vergato begleitet und vor einem breiten Publikum vorgetragen.

Insgesamt war diese Woche reich an Erlebnissen! Hier sind die Eindrücke von unseren Schülern. Lillian, Johann, Elias, Mehmet, Magdalena und Diana.

Reisetagebuch Italien 30.3 – 5.4.19

Samstag 30.3:
Die Zugfahrt war lang, aber unterhaltsam. Unsere Gastfamilien haben uns am Bahnhof herzlich empfangen. Sie sind alle sehr gastfreundlich und fürsorglich. Viele von ihnen leben mitten in den Bergen und die kurvigen Straßen / der Fahrstil / die Tatsache, dass sie sich hinten nie anschnallen, hat uns überrascht!

Sonntag 31.3:
Wir haben uns in einem Kletterpark an einem See getroffen. Das Wetter war frühlingshaft. Zuerst spielten wir kleine Kennenlernspiele, in welchen wir die Schüler aus den anderen Ländern (Italien, Griechenland, Schweden) besser kennen lernten. Anschließend kletterten wir Parkours mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Zu Mittag bekamen wir Focacia mit rohem Schinken gefüllt. Nach dem Mittagessen gingen wir gemeinsam an den See. Einige von uns besuchten danach noch ein Basketballspiel.

Montag 1.4:
Zuerst gingen wir mit unseren Austauschschülern in den Unterricht. Zwischendrin bekamen wir eine Schulhausführung durch die sehr kleine Schule (Jg. 6 bis 8). Im Unterricht fiel uns auf, dass die Tür immer offenbleibt! Es war ruhig. Zum Teil haben sich die Schüler nie wirklich gemeldet, in anderen Klassen war der Hefteintrag sehr kurz.
Anschließend traf sich die ganze Erasmus-Gruppe um gemeinsam an den Themen Mobbing und Cybermobbing zu arbeiten. In gemischten Gruppen sprachen wir über die Unterschiede der beiden Themen und über die dazugehörigen Maßnahmen. Am Nachmittag bereiteten wir uns auf das Musical vor, welches wir am nächsten Tag in Mailand anschauten.

Dienstag 2.4:
Um 7:00 Uhr war die Abfahrt nach Mailand: Dort schauten wir zuerst das französische Musical Rêvolution an, in dem es ebenso um das Thema Mobbing ging. Anschließend fuhren wir mit der Metro in die Innenstadt, dort hatten wir ein wenig Freizeit, die wir in Kleingruppen verbrachten. Wir entschieden uns, für einen Rundgang auf der Terrasse des Doms, um von dort aus eine gute Aussicht über die ganze Stadt zu bekommen.

Mittwoch 3.4:
Nachdem wir im Unterricht waren, arbeiteten wir mit professionellen Schauspielern. Am Ende entwarfen wir in kleinen Gruppen eine Szene zum Thema Mobbing. Am Nachmittag liefen wir zum Cinema Nuovo de Vergato und probten dort mit dem Schulorchester ein französisches Lied über Mobbing. Am Abend organisierten die Italiener eine Party mit DJ und gutem Essen. Dort tanzten wir viel.

Donnerstag 4.4:
Nach dem Unterricht probten wir noch einmal das Lied von Marco Baruffaldi, welches wir anschließend im Cinema Nuovo de Vergato aufführten. Am Nachmittag gingen die einen zum Shoppen nach Bologna und die anderen auf die Burg Rochetta Mattei, welche früher als Heilstätte genutzt wurde. Am Abend gingen manche noch gemeinsam Pizza essen. Zum Thema essen: wir machten unterschiedliche Erfahrungen: das Frühstück war sehr süß oder fiel ganz aus. Das Essen war manchmal ungewürzt, aber insgesamt sehr lecker. Abends aßen wir manchmal sehr viel. Diese Woche in Italien war erlebnisreich und ging viel zu schnell vorbei!