Florenz – die Stadt, wo ich jetzt auch ein bisschen „zu Hause“ bin

Das können nun die 15 Schülerinnen und Schüler der 10. und 11. Klassen sagen, die im Februar 2020 am Italienaustausch teilgenommen haben. So wie in den meisten Austauschprogrammen haben unsere Dossi-Schüler bei einer italienischen Familie gewohnt und wurden dort als Gastkind aufgenommen, d.h. sie genossen die einzigartige Gelegenheit, zu sehen, wie es in einer echten italienischen Familie zu Hause zugeht und wurden von den Gasteltern sehr verwöhnt. Zwei Schülerinnen durften sogar in dem hauseigenen Internat zusammen mit ihren Partnerinnen ein Zimmer teilen.

Was bedeutet Schüleraustausch? Es bedeutet, dass unsere Schüler mit Menschen aus einem anderen Land Freundschaften schließen, wo viele Dinge anders sind als zu Hause. Sie lernen andere Tagesroutinen kennen, wie z. B. ein spartanisches Frühstück und ein üppiges, warmes Abendessen. Sie sehen andere Fahrweisen auf der Straße und beobachten wie man temperamentvoll mit den Händen redet. Auch in der Schule ist der Unterricht und das ganze Schulleben deutlisch anders als bei uns.

Wie funktioniert es also bei all dieser Verschiedenheit, in so kurzer Zeit „Freund“ zu werden? Am besten unternimmt und erlebt man vieles zusammen, um so ins Gespräch zu kommen oder gemeinsam etwas bewerkstelligen zu müssen. So war unser Programm geprägt von vielen gemeinsamen Interaktionen.

Unser gemeinsames Programm

Gemeinsam lernen: Projekt zum Thema „Musik“ und gemeinsam erlebter Unterricht

Gemeinsam Fußball und Volleyball spielen und mit dem Freund ins Sporttraining gehen

Gemeinsam Kultur entdecken, wie z. B. bei unserem Ausflug in die Stadt der alten Römer, Fiesole , oder auf den Spuren der Restauratorin Claudia Reichhold in Santa Maria Novella

Gemeinsam Kochen und Essen: Mit Koch-Workshop, im Restaurant und in der Mensa

Gemeinsam Ausflüge machen: Zugfahrt ans Meer von Forte dei Marmi

Gemeinsam die Familie kennenlernen: Der Sonntag war für viele ein Familien-Besuchstag

Gemeinsam die Stadt erkunden: Ganz italienisch sind unsere Schüler viel auf der Piazza oder beim Eis Essen gewesen.

Gemeinsam Spaß haben: Ganz besonders bei der von den Kunstschülern vorbereiteten Schnitzeljagd: „Auf der Suche nach den Medici-Geistern“

Die Rechnung ist aufgegangen: Beim Abschied wurde geweint – ein sehr gutes Zeichen!
Grazie!

Natürlich hatte dieser Abschiedsschmerz auch damit zu tun, dass wir an unserer Partnerschule, dem Poggio Imperiale, fürstlich versorgt und verwöhnt wurden. Das war das Verdienst unserer unglaublich engagierten Partnerlehrerin vor Ort: Professoressa Filippelli. Grazie infinite !
Der Geschäftsführer der Schule hat uns mit Taxis befördert, zu allen Essen in der Kantine eingeladen und uns reichlich mit Erinnerungs-Souvenirs und dem Schnitzeljagd-Pokal beschenkt. Grazie mille, Dottore Fiorenza !
Von den offenen und fürsorglichen Eltern waren unsere Schüler ebenfalls sehr beeindruckt und haben dort gelernt, was wahre Gastfreundschaft bedeutet. Baci!

Wie schön, dass wir am Dossenberger-Gymnasium die Möglichkeit haben, unseren Schülern solche Begegnungen anzubieten. Der Zuschuss des Bayerischen Jugendring, für den wir sehr dankbar sind, ist eine großzügige Unterstützung.

Was wir alle unendlich bedauern ist die Tatsache, dass nach unserer Rückkehr die Pandemie des Coronavirus um sich gegriffen und die Möglichkeit eines zeitnahen Gegenbesuchs der Italiener in Günzburg vereitelt hat. Natürlich wollen wir unseren Freunden unsere Heimatstadt zeigen und sie mitnehmen in unsere Schule, wenn sie denn dann wieder so laufen darf, wie es war, bevor uns Corona alle Normalität genommen hat. Wir wissen nicht wann, aber wir wissen, dass die italienischen Schüler allzu gerne nach Günzburg kommen möchten.

Elisabeth Brosig und Birgit Rembold

P.S.: Die Bilder zeigen kein Museum, sondern unsere Partnerschule – Es ist dort so schön wie im Märchen!